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One Way Durch Das Paradise

TAUCHEN

April 2003

Die letzten Kurven liegen vormir. Mitten durch die wildnis des tropischen Dshungels von West-Timor verlauft die schmale strase. Inch bin etwas nervos, denn gleich werde ich meiner alten Liebe begegnen. Mittlerweile ist ein Jahr Vergangen, seitdem wir uns das letzte Mal gesehan haben. Ob sie sich wohl sehr verandert hat?Im Hafen der provinzhauptstadt Kupang ist unser Treffpunkt. Nicht gerade ein romantisches platzhen fur ein Wiedersehen. Hektisch geht es zu. Uberall stehen lautstrak gestikulierende fischer, die Netze flicken und ihre rostigen Kutter fur die nachste Ausfahrt in Schuss bringen

Ich bahne mir meinen Weg durch del trubel. Unruhig wandern meine Blicke hin und her. Und dann sehe ich sie. In der typisch indonesischen Bauweise eines Zweimasters liegt sie mit weiben masten und stahlblauen segeln in ihrer vollen schonheit vor mir die sea safari III die auch unter dem namem kararu bekant ist.

Volle Kraft Voraus
Es dauert nicht lange, dann stechen wir in see. Unser kurs: One way durch das paradies, vorbei an den noch nahezu unbekannten Archipelen rund um die inseln Alor und Komodo, bis wir am Ende unserer Reise bali erreichen werden. Insgesamt 14 tage kreuzen wir durch die Indonesischen gewasser, die an superlativem kaum zu uberbieten sind. 3000 verschiedene Fisch-keine andere Region dieser erde weist eine so globe vielflat an maritimem leben auf.Ein garten eden der Unter wasserwelt, dessen versuchung nun eine bunte Mischung aus Amerikanern, Briten, deutschen und Australiern ealiegt. 14 Gaste sind wir an Bord, um die sich wahrend der kreuzfahrt 18 Mann Besatzung und zwei Tauch-guides rund um die Uhr kummern.

Sagenhaft
Der nachste Morgen. Langsam kriecht die sonne uber den Horizont. Die see ist ruhig. Wir machen uns bereit fur den ersten Tauchgang. Zwischen Alor und der vorgelagerten Insel Pura gehen wir vor Anker.
Bis auf 30 meter fallt hier stufenforming ein steilhang ab. Zu sehen ist fast vollstanding von riesigen, weit verzweigten steinkorallen uberwuchert. Kleine canyons und Tunnel durchziehen das riff, das schutz fur scheue mandarinfische, Harlekin Garnelen und winzige pygmaen seepferdchen bietet.Alles nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch kommt, meint Tauchlehrer Graham Abbott aber augenzwinkernd.
Seine Worte klingen noch in meinen ohren, als wir vor pantar, der westlichen Nachbarinsel von alor, abtauchen. Vor uns fallt eine Felswand fast senkrecht bis auf 60 meter ab: Pantar Wall. Eine fantastische Unterwasserwelt breitet sich unter unseren Flossen aus. Im Kampf um jede freie Stelle besiedeln farbenprachtige schwamme, seescheiden und Nischen. Grobe schulen von sublippen und Wimpelfischen schnappen in der stromung nach Nahrung. Wir lassen uns von dem sog mitziehen. Vorbei an Haien, Schildkroten und Riffbarschen fliegen wir durch das unendliche Blau. Graham hat recht. So sieht also das wahre paradies aus. Wir haben es gefunden. Am Ende der Freihart warten die beiden Beiboote auf uns, die uns wieder einsammeln.

Wie Magnete ziehen uns die spots im Archipel von alor in den nachsten Tagen immer wieder aufs Neue an. Und wie immer, wenn die zeit still stehen soll, lauft sie einem regelrecht davon. Viel zu schnell lauten die Halbzeitglocken. Wir verlassen Alor. Volle kraft voraus zu unserem nachsten ziel-Komodo und die Nachbarinsel Rinca. In der wettergeschutzten Horseshoe Bay am sudlichen Ende von Rinca erwar ten wir mit Spannung die naschsten Tauchspots. Ob sich das paradies wohl bis hierher ausgebreitet hat?

Am Cannibal Rock, einem Unterwasser-Berg, der sich von 40 bis auf 3 meter unter die wasserroberflache erhebt, erhalten wir die Gewissheit. Wir Sind nicht vertrieben worden. Uberall breiten sich Teppiche aus roten, blauen, grunen und gelben Federsternen, riesigen Gorgonien fachern,schwarzen korallen und orange-gelben schwammen aus. selten zuvor habe ich solch eine Farbenpracht auf so engem Raum erlebt. Zuruck an Bord machen wir uns fertig fur einen Besuch auf der Dracheninsel Komodo. Die karge Insel ist die heimat der urzeitlichen Komodo-Warane. Wir schlieben uns einer Fuhrung an, denn seit dei Insel 1980 zum Naturpark erklart wurde, sind alleinige Streifzuge verboten.

Durch ihre braunliche farbe perfekt getarnt, jagen die warane Wild oder ziegen-ein unvorsichtiger Tourist ware fur sie eine leichte Beute. An unserem letzten Abend auf der sea safari III greift chefkoch Didi noch einmal in seine kulinarische Trickkiste und zaubert uns ein kostliches Abschiedsmahl auf den Tisch. Bis in die spate Nacht hinein sitzen wir zusammen. Morgen werden wir auf Bali im Hafen von Benoa einlaufen. Schweren herzens, denn wer verlasst freiwillig das paradies?


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